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Swiss SportsTech Report 2026: Die Schweiz baut Top-Hardware. Für den Breitensport fehlt das Digitale.

Porträt Philipp Avenell Von Philipp Avenell · · 4 Min. Lesezeit

Passstrasse und Bergpfad in der Abenddämmerung, leuchtende Linien verbinden Checkpoints entlang der Route

Zum ersten Mal ist vermessen, wie gross die Schweizer Sportstech-Branche ist. Swiss Olympic hat im Oktober 2026 zusammen mit PwC und generis den Swiss SportsTech Report 2026 veröffentlicht. Die Zahlen überraschen, und sie zeigen eine Lücke, die für Destinationen, Veranstalter und Marken besonders spannend ist.

Eine Branche, die bisher niemand gezählt hat

402 Unternehmen in allen 26 Kantonen, rund CHF 8 Mrd. Umsatz, etwa 17'000 Vollzeitstellen: Damit ist Sportstech in der Schweiz ungefähr so gross wie die Biotech-Branche. Bekannt sind die Leuchttürme, On und Sportradar machen zusammen rund die Hälfte des Umsatzes aus.

Darunter liegt eine breite Basis kleiner Firmen. Drei Viertel erzielen im Sport weniger als CHF 1 Mio. Umsatz, 61% haben zehn Mitarbeitende oder weniger.

Drei Befunde, die für den Breitensport zählen

1. Der grösste Markt ist der Breitensport, bedient wird er vor allem mit Material. Die Hälfte aller Marktzuordnungen im Report entfällt auf Freizeitsportlerinnen, Freizeitsportler und die aktive Bevölkerung. Getragen wird das von Ausrüstung, Bekleidung und Werkstoffen. Digitale Technologien machen nur 32% der Technologie-Zuordnungen aus, in Australien sind es 49%. Die Schweiz baut hervorragende Schuhe, Ski und Velos. Digitale Werkzeuge, die Menschen draussen in Bewegung bringen, sind deutlich seltener.

2. Bezahlt wird zunehmend nicht von den Nutzenden. Bei der Kundschaft, die die Unternehmen künftig ansprechen wollen, legen Sponsoren und Marken am stärksten zu (über 6 Prozentpunkte), gefolgt von Medien. Profiorganisationen und Athletinnen verlieren an Gewicht. Der Report liest das als Verschiebung vom Nutzer zum Zahler: Der Sport bleibt das Erlebnis, finanziert wird er von denen, die Reichweite und Kontakte suchen.

3. Es fehlen Pilotprojekte und Sichtbarkeit, nicht die Technologie. Produktentwicklung steht bei den gewünschten Unterstützungen weit hinten. Ganz oben stehen Kapital (58%), Kommerzialisierung (53%), Pilotprojekte (47%) und Sichtbarkeit (46%). Die Branche hat starke Produkte, aber zu wenige Orte, an denen sie im echten Betrieb zeigen kann, was sie leistet.

Was das für Destinationen, Veranstalter und Marken heisst

Die Menschen sind aktiv: Laut Report treibt rund jede zweite Person in der Schweiz mehrmals pro Woche Sport. Routen, Pässe, Gipfel und Eventstrecken gibt es zuhauf. Was oft fehlt, ist eine digitale Ebene, die aus einem Tourenvorschlag einen Grund macht, loszugehen und wiederzukommen, und die zeigt, wer tatsächlich unterwegs ist.

Wo LaceUp ansetzt

LaceUp ist eine solche Ebene. Als Start-up der ETH Zürich bauen wir Outdoor-Challenges, die vollständig im Auftritt unserer Kundinnen und Kunden laufen. Gipfel, Pässe, Hütten oder Streckenabschnitte werden zu Checkpoints, die Teilnehmende über eine ganze Saison sammeln. Erfasst wird über gängige Fitnesstracker, die LaceUp Tracking App oder einen QR-Code vor Ort.

Das passt zu allen drei Befunden:

  • Digital für den Breitensport: keine neue Hardware, sondern eine Ebene über bestehende Routen und Events.
  • Bezahlt von denen, die profitieren: Destinationen, Veranstalter und Marken tragen das Format. Teilnehmende registrieren sich bei ihnen, die Kontakte bleiben mit Einwilligung bei ihnen.
  • Pilot statt Grossprojekt: Ein Format lässt sich mit wenigen Checkpoints in einer Saison testen und danach ausbauen.

Zwei Beispiele aus der Praxis: Alpenbrevet Extended macht die Pässe des Swiss Cycling Alpenbrevet ganzjährig fahrbar. Rund 2'000 Teilnehmende sind jedes Jahr dabei, 65% von ihnen waren noch nie am physischen Event. Andermatt Tourismus nutzt das Format als Kommunikationskanal.

Die Rockand 7 Hills Challenge führt rund 1'000 Teilnehmende über sieben Gipfel rund um den Zürichsee, mit der ZKB und den Zürcher Wanderwegen als Presenting Partner. Insgesamt hat LaceUp über 70 Events mit mehr als 27'000 Teilnehmenden umgesetzt und über 1 Mio. Aktivitäten ausgewertet.

Ausblick: zehn Jahre Aufmerksamkeit für den Sport

Der Report sieht im Weg zu möglichen Olympischen Winterspielen 2038 einen Katalysator für die ganze Branche. Etappen dorthin sind die Ski-WM 2027 in Crans-Montana und die Special Olympics World Games 2029. Seine Empfehlung: sich organisieren, bevor die Investitionsentscheide fallen.

Für Destinationen und Veranstalter ist jetzt ein guter Zeitpunkt, digitale Formate auszuprobieren, die auch nach dem Grossanlass weiterlaufen.

Du hast Routen, Pässe oder Strecken, die mehr Gäste verdienen? Wir zeigen dir gerne, wie ein Pilot für deine Region oder deinen Event aussehen könnte. Kontakt aufnehmen

Quelle: Swiss SportsTech Report 2026, Swiss Olympic mit PwC und generis.

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